Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (RA) oder chronische Polyarthritis (im deutschen Sprachgebrauch) ist die häufigste chronisch-inflammatorische Autoimmunerkrankung des Menschen mit einer Prävalenz von 1 – 2% der Bevölkerung. Phasen mit rezidivierenden, meist symmetrischen Arthritiden führen untherapiert zur Destruktion der Gelenkarchitektur, damit zur Immobilität und Schwerstbehinderung des Patienten. Histologisch erkennt man eine Infiltration immunkompetenter Zellen sowie synovialer Fibroblasten in Knorpel und Knochen des entzündeten Gelenkes. Diese sehr entzündlichen Pathomechanismen führen zur Gelenkentzündung mit Schwellung, Überwärmung und Rötung sowie schmerzhafter Funktionsminderung der betroffenen Gelenke.

Epidemiologische Daten belegen, dass bereits 30 % der Patienten im ersten Jahr sowie 70 % nach 24 Monaten der Erkrankung im Röntgenbild nachweisbare Knochendefekte entwickeln [1]. Früher wurde die RA in Bezug auf ihre Aggressivität oft unterschätzt. Dabei ist sie im Prinzip keine benigne Erkrankung, deren Entzündung sich lediglich auf die Gelenke beschränkt. Langzeitbeobachtungen haben belegt, dass die Mortalität der Patienten mit RA erhöht ist, wobei sicherlich primäre Gründe (Beteiligung lebenswichtiger Organe im Rahmen einer vaskulitischen Verlaufsform) sowie sekundäre Manifestationen (Medikamenten-nebenwirkungen, Infektionen, sekundäre Malignome, vornehmlich Lymphome, erhöhte Frequenz arteriosklerotischer Komplikationen mit Herzinfarkten und Schlaganfällen) verantwortlich sind.

In dieser Übersicht wollen wir Sie davon überzeugen, dass eine frühe Diagnose mit einem besseren Ansprechen und einer deutlichen Kostenreduktion für die Sozialkassen verbunden ist, dass darüber hinaus durch neue therapeutische Möglichkeiten die Lebensqualität und der Erhalt der Erwerbsfähigkeit heutzutage auch über lange Sicht ein realistisches Ziel ist. Diese spezialisierten Ansätze sind durch eine frühe Überweisung der Patienten mit Arthritiden zum internistischen Rheumatologen anzustreben.